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Laufen gehört

zu meinem Leben
wie die Butter aufs Brot.

Was das Laufen angeht, so ist es mir meist möglich gewesen, die Zeit so einzuteilen, dass es zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden ist und nichts, aber auch (fast !!) nichts konnte mich davon abhalten.

Natürlich sollte auch das Drumherum genau passen, ohne ein Hand-in-Hand-Arbeiten keine Chance !

Hast du Familie, Haus, Kind und Kegel, Garten, gehst nebenbei auch noch arbeiten - alles möglich - dann wird eben erst abends gelaufen.

Viele, viele Jahre konnte ich erst um ca. 18.30 Uhr auf die Piste.

Es ist schon manchmal heftig, besonders im Winter, aber wenn man einen gleichgesinnten Lauf-Partner hat, der genauso fühlt wie du , dann trifft man sich regelmäßig zum Laufen bei Wind, Wetter, Sturm, Schnee, Eis, wundert sich, dass man überhaupt im Dunklen freiwillig aus seinem warmen ” Loch” gekrochen ist, geht laufen und bereut es nicht.

Wie oft sind wir bei Minus-Graden hinaus gelaufen, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Der schlimmste Ausflug bei -15 Grad (gefühlte - 25 Grad !!) , Sturm, Schnee über ein freies, flaches Feld, es war wie Stalingrad für uns Pfälzer - ich habe fast geheult, so mühsam, eisig war dieses Erlebnis, wir hatten es - gut vermummt - unbeschadet überstanden.

Wer das einmal erlebt hat, der weiß, wie herrlich entspannend eine warmes Bad sein kann, wie die Haut wunderbar durchblutet, rot wie ein Kinderpopo, eine innere vollkommene Zufriedenheit stellt sich ein, die letztendlich der ganzen Familie zu gute kommt.

Ich merke, wie ich wieder ins Schwärmen gerate, möchte alle Welt von den mannigfaltigen Vorteilen des Sich-Bewegens in der Natur überzeugen, ihnen zurufen: ” Raus mit euch, lauft, lauft, der Körper, die Seele und der Geist profitieren endlos davon”.

Bin stolz, jetzt im 31. Jahr verletzungsfrei - mit dem Kopf und den Beinen - gelaufen zu sein; es gehört zu meinem Leben, wie die Butter aufs Brot, auch wenn mir immer wieder Menschen begegnen, die null Verständnis für eine in ihren Augen sinnlos durch die Gegend ” Rennende ” haben und dies dann so oder so auch bekunden:

” Was Sie da tun, kann ja auch nicht gesund sein “, sagt es und verschwindet mit seinem tapfer angefutterten Bier-Bäuchlein im Auto, um Brötchen beim Bäcker um die Ecke zu holen !!

” Und wenn Du mal aus irgendwelchen Gründen nicht mehr laufen kannst ?”, auch das wurde ich schon gefragt.

Warum soll ich mir darüber Gedanken machen, jetzt ist jetzt und morgen ist morgen. Wenn immer es soweit kommen sollte, habe ich noch genügend Zeit darüber nach zu denken.

Und darum laufe ich.

 

 

Fred Rohé

Hast du einmal herausgefunden, dass Laufen nur eine andere Form von Freude empfinden ist, dann wirst du deine Geschwindigkeit, Zeit, Strecke und Regelmäßigkeit so einrichten, wie es gut für dich ist.


(aus Zen des Laufens von Fred Rohé)